Im Blickwinkel des Tourismusaufstiegs im Karst, der in den letzten Jahren immer beliebter geworden ist, haben sich Osmize einen wichtigen Platz geschaffen und sind durch die zunehmende Präsenz so stark gewachsen, dass sie die Konturen eines grundlegenden Bestandes in der Geschichte des Gebietes einnehmen. Zwischen dem Stolz der Grenzbewohner, Websites, welche sofort auf die Öffnungszeiten hinweisen, und einem radikalen und progressiven Wandel, der in den letzten drei Jahrzehnten stattgefunden hat, haben sich die Osmize an die heutige Zeit angepasst und gleichzeitig den historischen Charakter bewahrt, der diese Orte tatsächlich verwandelte, die von außen schwer zu verstehen waren, bis hin an die Grenze des Geheimnisvollen.

Geboren im Jahr 1784 nach dem Willen von Joseph von Habsburg dank eines kaiserlichen Erlasses, der den Karstbauern die Möglichkeit gab, insgesamt acht Tage im Jahr ihren Wein zu verkaufen, leitet sich ihr Name von der Anzahl der Öffnungstage ab. Auf Slowenisch bedeutet Osem tatsächlich acht und könnte seine Wurzeln nicht nur in der habsburgischen Entscheidung des späten 18.Jahrhunderts haben. Schon Jahrhunderte zuvor dauerten die Sommerfeste auf den Jahrmärkten von San Lorenzo und San Giovanni gleich lange, was darauf hindeutet, dass der zeitliche “Umfang” ihres Kalenders einer lange währenden Tradition entnommen wurde.

Das fortschreitende chronologische Blättern – und der Fortschritt der Neuzeit – hat auch Veränderungen auferlegt, die das gewohnheitsmäßige Verhältnis der Bewohner von Triest und des Karst mit den Osmize regeln. Ab 2004 hat die Region Friaul-Julisch Venetien die Lebensmittelverordnung geändert, sodass aus den acht Tagen 30 geworden sind, wodurch, die Möglichkeit für die Eigentümer erweitert wird, den Verkauf außerhalb des traditionellen Zeitfensters zu verlängern. Diese Möglichkeit, das sollte betont werden, ist auch eine direkte Folge des breiteren Angebotes der käuflich zu erwerbenden Produkte: Aufgrund der vorgenommenen Veränderungen der letzten Jahre könnte ein Drittel dessen, was in der Osmiza verkauft wird, von Dritten stammen. Von Salami über Speck bis hin zu den unvermeidlichen hartgekochten Eiern gibt es in den Osmize fast ausschließlich kalte Produkte.

Genau aus diesem Grund sollten Osmize nicht mit dem eher klassischen Agrotourismus (oder Agrotourismus-Restaurants) und mit den gewöhnlichen Tavernen verwechselt werden. Sie repräsentieren eine der vielen besonderen Ausdrucksformen dieses Landes. Tatsächlich findet man diese “Orte” nur auf dem italienischen und slowenischen Karst, wie im nördlichen Teil Istriens und in der Umgebung von Wien. Dort heißen sie Heuriger und Buschschank. Der Ort der sich zum geselligen Beisammensein eignet, mit den aufgestellten Holztischen in den Höfen oder in den Steinhäusern , da ist Platz für Alle. Sehr oft trifft man auf Gruppen junger Leute, die gerne Mundartlieder singen, begleitet von zahlreichen Gitarren.

Osmiza ist der Ort, an dem sowohl der triestiner als auch der slowenische Karstdialekt überlebt haben und auch wenn einige strukturelle Veränderungen den Konservativen Bewahrern der verlorenen Zeit einen schlechten Beigeschmack hinterlassen, trägt die Tatsache, dass aber diese Orte so oft erzählt wird, zu ihrem Bild vom Leben bei. Darüber hinaus könnten sich diese Außenbereiche in einer Zeit durch den Gesundheitsnotstand auferlegter Einschränkungen als funktionsfähig erweisen, um die Aktivitäten in völliger Sicherheit wieder aufzunehmen.

Über Osmize sind Bücher entstanden, nationale und internationale Fernsehprogramme haben über ihre Besonderheiten berichtet, große Journalisten wurden in diese Dimension katapultiert, die es zu studieren, zu verteidigen, und als echtes gesellschaftliches Erbe zu bewahren gilt. Von der Marezige (in Slowenien) bis Medeazza (an der nördlichen Grenze der Provinz Triest) genießen einige Osmize eine eher privilegierte Position. Fast mit Blick auf das Meer nehmen sie die glamouröse Representation realistischer Postkarten oder effektiver touristischer Werbespots an, absolut kostenlos. Tatsächlich sind die Osmize die lebendige Darstellung dessen, was gemeint ist, wenn der Karst mit der Adria verschmilzt.

Diese Orte entsprechen der Logik des Treffens und Teilens. Für Misstrauen und Widerstand ist kein Platz.

Für alle Informationen zum Eröffnungskalender empfehlen wir die Website www.osmize.com.

Entdecken Sie die Bauernhöfe und Osmize um Triest.green unter diesem Link: https://trieste.green/produttori/

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